Fit durch den Herbst? So geht gesund feiern!
Fit durch den Herbst? Für viele beginnt der Herbst mit Regenjacke und Kürbissuppe. Für andere beginnt er mit Folsom Europe, internationalen Gästen und der Frage, ob das Uber endlich kommt oder der Typ auf Grindr irgendwann die Adresse zur nächsten Chill verrät. Dazwischen liegen oft nur ein Harness, drei Stunden Schlaf und ein erstaunlich strapaziertes Immunsystem.
Der Berliner Herbst gehört zu den intensivsten Wochen des Jahres. Während draußen die Temperaturen sinken, läuft das Nachtleben zur Höchstform auf. Tausende Besucher reisen aus aller Welt an, Clubs sind ewig geöffnet, private Sexpartys dauern oft bis weit in den nächsten Tag hinein und viele gönnen ihrem Körper dabei deutlich weniger Schlaf als sonst. Gerade deshalb lohnt es sich, dem eigenen Körper jetzt etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Denn Gesundheit bedeutet nicht, auf das Leben zu verzichten. Sie bedeutet, lange etwas davon zu haben.
Menschenmengen sind das eigentliche Problem
Viele glauben noch immer, dass kalte Luft Erkältungen verursacht. Tatsächlich sind Viren der Auslöser. Im Herbst treffen jedoch gleich mehrere Faktoren zusammen: Internationale Reisen, volle Clubs, Darkrooms, Hotels, öffentliche Verkehrsmittel und viele enge Kontakte. Dazu kommen Covid-19, Influenza und RSV, die in den kühleren Monaten wieder häufiger auftreten.
Wer mehrere Tage unterwegs ist, schläft oft schlechter, isst unregelmäßiger und trinkt weniger Wasser als der Körper eigentlich braucht. Genau diese Kombination macht uns anfälliger für Infektionen, nicht der Weg im Tanktop vom Club zum Uber.
Drei Stunden Schlaf sind keine Regeneration
Ein einzelnes langes Wochenende steckt ein gesunder Körper meist problemlos weg. Schwieriger wird es, wenn mehrere Nächte hintereinander kurz ausfallen. Schlaf ist keine verschwendete Zeit, sondern eines der wichtigsten Reparaturprogramme unseres Körpers. Während wir schlafen, arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren, Entzündungsprozesse werden reguliert und das Gehirn verarbeitet Eindrücke der vergangenen Stunden.
Wer dagegen drei Nächte am Stück feiert und anschließend direkt wieder ins Büro geht, merkt oft erst Tage später, wie erschöpft der Körper tatsächlich ist. Manche nennen es scherzhaft den „Folsom-Schnupfen“. Tatsächlich steckt dahinter meist keine geheimnisvolle Lederallergie, sondern eine ziemlich einfache Mischung aus Schlafmangel, internationalen Menschenmengen und einem Immunsystem, das dringend eine Pause braucht.
Alkohol, Drogen und das Immunsystem
Auch hier gilt: Nicht Moral hilft weiter, sondern Ehrlichkeit. Alkohol gehört für viele Menschen zum Feiern dazu. Manche konsumieren zusätzlich andere Substanzen. Entscheidend ist weniger der moralische Zeigefinger als das Bewusstsein dafür, dass Schlafmangel, Alkohol und stimulierende Drogen den Körper gleichzeitig belasten können. Wer mehrere Nächte unterwegs ist, sollte deshalb bewusst Pausen einplanen, ausreichend trinken und seinem Körper danach Zeit zur Erholung geben.
Gerade stimulierende Substanzen können außerdem dazu führen, dass Warnsignale des Körpers überhört werden. Hunger, Durst oder Erschöpfung verschwinden nicht, nur weil man sie vorübergehend nicht mehr spürt.
Die unterschätzte Partyapotheke
Manche Menschen planen ihr Outfit wochenlang und vergessen dabei ausgerechnet die Dinge, die das Wochenende deutlich angenehmer machen können.
CHECKLISTE: Was in deine Tasche gehört
- PrEP oder andere regelmäßig benötigte Medikamente
- Kondome und Gleitgel
- Elektrolytpulver oder Brausetabletten
- Taschentücher
- Schmerzmittel für den Notfall
- Desinfektionsgel
- Pflaster gegen Blasen
- Powerbank
- Eine Wasserflasche für den Heimweg
- Ein leichter Hoodie oder eine Jacke, wenn das Uber mal wieder auf sich warten lässt oder die Grindr-Adresse länger braucht als gedacht.
- Nasenspray, falls eine Erkältung im Anflug ist oder der Flug die Nebenhöhlen strapaziert hat. Abschwellende Nasensprays sollten allerdings höchstens einige Tage hintereinander verwendet werden.
Gönn deinem Körper einen Montag
Nach einem intensiven Wochenende beginnt der wichtigste Teil oft erst am Montag. Wer seinem Körper dann Schlaf, ausreichend Flüssigkeit, eiweißreiche Mahlzeiten und etwas Bewegung gönnt, unterstützt die Regeneration deutlich besser als mit dem berühmten „Konterbier“. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft kann mehr bewirken als der nächste Kaffee.
Und vielleicht gehört zur Gesundheit manchmal auch die Erlaubnis, einen Tag lang einfach nichts zu leisten. Der Kalender wartet. Dein Immunsystem hoffentlich auch.
Das schönste Souvenir
Folsom Europe, HustlaBall und all die anderen Herbstveranstaltungen leben von Freiheit, Begegnungen und Gemeinschaft. Genau deshalb wäre es schade, wenn aus einem großartigen Wochenende eine langwierige Erkältung oder mehr würde. Gesundheit bedeutet nicht, weniger zu erleben. Sie bedeutet, klug genug zu feiern, damit auch das nächste Wochenende noch Spaß macht.
Bildnachweis: @ Sushil Nash auf Unsplash
