Arthritis oder Arthrose? Den Unterschied erkennen
Schmerzende Gelenke gehören zu den häufigsten Beschwerden überhaupt. Viele Menschen verwenden die Begriffe Arthritis und Arthrose dabei synonym. Tatsächlich handelt es sich jedoch um zwei unterschiedliche Erkrankungen, die verschiedene Ursachen haben und unterschiedlich behandelt werden.
Die wichtigste Faustregel lautet:
Arthrose schmerzt meist bei Belastung und Bewegung. Arthritis verursacht häufig Schmerzen in Ruhe und in der Nacht. Bewegung kann die Beschwerden oft vorübergehend lindern.
Was ist Arthrose?
Arthrose entsteht durch den Verschleiß eines Gelenks. Mit der Zeit nutzt sich der schützende Knorpel ab, wodurch Knochen, Gelenkkapsel und umliegendes Gewebe belastet werden.
Typische Beschwerden sind:
- Anlaufschmerzen nach längeren Ruhephasen
- Steifigkeitsgefühl
- Belastungsschmerzen
- eingeschränkte Beweglichkeit
- Knirschen oder Reiben im Gelenk
Ruhende Arthrose
In frühen Stadien treten vor allem Belastungsschmerzen und ein Spannungsgefühl auf. Entzündungszeichen fehlen meist.
Aktivierte Arthrose
Bei einer aktivierten Arthrose kommt zusätzlich eine Entzündung hinzu. Das Gelenk kann anschwellen, gerötet sein und sich warm anfühlen.
Fortgeschrittene Arthrose
Im weiteren Verlauf können Dauerschmerzen, Instabilität und deutliche Bewegungseinschränkungen entstehen. In schweren Fällen verändert sich die Form des Gelenks dauerhaft.
Was ist Arthritis?
Arthritis bezeichnet eine Entzündung eines oder mehrerer Gelenke. Sie kann durch Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Infektionen oder andere entzündliche Prozesse verursacht werden.
Typische Symptome sind:
- Gelenkschmerzen
- Schwellungen
- Rötung und Überwärmung
- Gelenkergüsse
- Morgensteifigkeit
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- teilweise Fieber
Im Gegensatz zur Arthrose stehen hier die Entzündungszeichen im Vordergrund.
Wann sollte man ärztlichen Rat suchen?
Belastungsabhängige Gelenkschmerzen sprechen eher für eine orthopädische Abklärung. Treten dagegen Schwellungen, Überwärmung oder ausgeprägte Morgensteifigkeit auf, kann eine rheumatologische Untersuchung sinnvoll sein.
Wer unsicher ist, sollte zunächst die Hausarztpraxis aufsuchen. Dort lässt sich meist schnell einschätzen, welche weitere Diagnostik notwendig ist.
Arthrose ist vor allem eine Verschleißerkrankung, Arthritis eine Entzündungserkrankung. Obwohl sich manche Beschwerden ähneln, unterscheiden sich Ursache, Verlauf und Behandlung deutlich. Je früher die richtige Diagnose gestellt wird, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und Folgeschäden vermeiden.
Und noch ein guter Rat zum Schluss: Sei freundlich zu deinen Gelenken – du wirst sie noch lange brauchen.
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