Diabetes Typ 2: Prävention im Unternehmen und am Arbeitsplatz
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ist die Bezeichnung für eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen Mangel an Insulin im Körper oder eine Insulinresistenz verursacht wird, was zu erhöhten Blutzuckerwerten führt. Er wird unterteilt in Typ-1 und Typ-2, wobei letzterer mittlerweile zu den häufigsten chronischen Erkrankungen unserer westlichen Gesellschaft zählt. Laut International Diabetes Federation sind allein in Europa bereits 61 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, Tendenz steigend. Zudem geht man von einer hohen Dunkelziffer der nicht diagnostizierten Fälle aus. Bis zum Jahr 2030 geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) davon aus, dass Diabetes zu den sieben führenden Haupttodesursachen gehören wird.
Unternehmen haben eine besondere Verantwortung, ihre Mitarbeiter*innen über die Gefahren von Diabetes zu informieren und sie für einen gesünderen Lebensstil zu sensibilisieren.
Immer mehr Erwachsene erkranken an der schleichenden Variante Diabetes Typ-2, die neben einer genetischen Veranlagung auch auf Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und eine unausgewogene Ernährung zurückzuführen ist. Die Krankheit kann jedoch durch Prävention und Sensibilisierung vermieden werden.
Stress, Schichtarbeit und bewegungsarme Tätigkeiten können Diabetes begünstigen und direkten Einfluss auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen haben. Unternehmen haben hier eine besondere Verantwortung, ihre Mitarbeiter*innen über die Gefahren von Diabetes zu informieren und sie für einen gesünderen Lebensstil zu sensibilisieren.
Welche Risiken birgt Diabetes?
Bei Diabetes-Typ-2 wird zwar über die Bauchspeicheldrüse genügend Insulin produziert, jedoch wirkt es nicht mehr richtig in Gewebe und Zellen. Um den Blutzuckerspiegel in den Körperzellen konstant halten zu können, wird Insulin aus den in der Bauchspeicheldrüse befindlichen insulinproduzierenden Beta-Zellen ausgeschüttet. Der Insulinspiegel im Blut steigt jetzt zwar an, aber auf Dauer führt die Insulinproduktion in den Betazellen zu deren Zerstörung. Durch den damit verbundenen Insulinmangel kann kaum noch Glucose aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen werden und die Blutzuckerwerte steigen an. Wird der Diabetes-Typ-2 nicht behandelt, bleiben die Blutzuckerwerte dauerhaft erhöht, was zu diversen Komplikationen führen kann. Eine besondere Herausforderung dieser Erkrankung besteht darin, dass sich die schädlichen Auswirkungen meist schleichend einstellen und somit die Beschwerden erst spät erkannt werden. Wird Diabetes allerdings nicht rechtszeitig erkannt und behandelt, kann dies zu einer Schädigung der Blutgefäße und anderen Erkrankungen führen (z. B. Schlaganfall, Herzinfarkt, Nierenerkrankungen, Blindheit oder Diabetes bedingte Nervenschäden).
Behandlungsmöglichkeiten von Diabetes mellitus
Es gibt eine Reihe von Variablen, die die sinnvolle und adäquate Behandlung von Diabetes-Typ-2 bestimmen, darunter Alter, körperliche Konstitution, andere gesundheitliche Probleme und einzelne Lebenssituationsfaktoren, wie z. B. Rauchen, Ernährungsgewohnheiten, Alkoholkonsum etc.
Personen mit einer stärkeren Form von Diabetes-Typ-2 benötigen häufiger Medikamente, wie z. B. Metformin, Insulin etc., um den Blutzucker zu senken. Gepaart mit einer Ernährungsumstellung und einem Sportplan, können Symptome eines Diabetes-Typ-2 gut behandelt werden.
Im Vergleich zum Diabetes-Typ-1 kann beim Diabetes-Typ-2 schon mit Eigeninitiative, körperlicher Bewegung, einer Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion bei Personen mit Übergewicht Diabetes-Typ-2 positiv beeinflusst werden. Somit kann einer Medikamenteneinnahme entgegengewirkt werden. Für eine bessere Lebensqualität und Gesundheit!
Was tun, um auf das Thema aufmerksam zu machen?
Die Prävention von Diabetes mellitus gilt immer noch als eine der wirksamsten Methoden, um eine Erkrankung abzuwenden. Entscheidend ist das Wissen um die Erkrankung und ihre Folgen, unabhängig von Alter oder Berufsgruppe. Schon geringe Veränderungen des Lebensstils können dazu beitragen, die zeitliche Perspektive des Krankheitsverlaufes bei einer Diabetes-Erkrankung des Typs 2 zu verzögern oder weniger wahrscheinlich zu machen.
Seitens der Unternehmen sollten Maßnahmen ergriffen werden, um Mitarbeiter und Kollegen für das Thema zu sensibilisieren. Aufklärung und Prävention sind hier wichtige Instrumente, um Unternehmen vor krankheitsbedingten Ausfällen zu schützen und die Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu erhalten.
Gesundheitstage
Wie kann man richtig aufklären? Betriebliche Gesundheitstage eigenen sich besonders gut, um Mitarbeitern und Kollegen zu dem Thema zu informieren und auf einen gemeinsamen Wissensstand zu bringen. Der intensive Informationsaustausch kann zu einem besseren Verständnis für die Krankheit und ihre Folgen führen und ein Bedürfnis nach Prävention wecken, um seine Lebensweise zu optimieren.
Vorträge von Betriebsärzten*innen und Ernährungsexperten*innen können hier Wissen und Erfahrungsberichte vermitteln und aufklären. Das ärztliche Gespräch kann Aufschluss geben, ob man selbst zu einer Risikogruppe gehört.
Gesunde Ernährung
Es ist von größter Bedeutung, dass man sich mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt, um Diabetes möglichst präventiv zu behandeln. Um das Bewusstsein hierfür zu schärfen, können Aufklärungsseminare, Workshops zu gesunder Ernährung und Aktionstage in Zusammenarbeit mit dem Kantine-Team dienlich sein. Es ist wichtig, den Umgang mit Zucker in Lebensmitteln bewusst zu machen und Menschen dazu aufzufordern, auf eine gesundheitsfördernde Ernährung zu achten. Dabei können umfangreiche Informationen und Ernährungspläne unterstützend wirken.
Aktiv im Alltag
Um Diabetes-Typ-2 zu verhindern, ist regelmäßige Bewegung und sportliche Betätigung von entscheidender Bedeutung. Dies gilt vor allem für Berufstätige, die hauptsächlich sitzend arbeiten. Durch regelmäßige sportliche Aktivitäten lassen sich nicht nur das Risiko für Übergewicht reduzieren, sondern auch der Blutzuckerspiegel senken und die Ausschüttung von Stresshormonen, die ebenfalls eine Diabetes mellitus begünstigen können, minimieren.
Unternehmen können ihren Angestellten helfen, mehr physische Aktivität in ihren Alltag zu integrieren. Krankenkassen, Sportorganisationen und Fitnesscenter können Programme anbieten, um Präventionsmaßnahmen zu erleichtern. Ebenso können gemeinsame sportliche Teamevents die Interventionsstrategien abrunden und die Begeisterung an mehr Bewegung in der Freizeit stärken.
Kombiniert mit Kursen zur Steigerung der mentalen Kraft und zur Entspannung für ein allgemeines Abbauen von Stress, sind dies effektive Methoden zur Verbesserung der Gesundheit und zur Vermeidung von Krankheiten.
Regelmäßige Vorsorgen
Der Betriebsarzt/ärztin kann durch Aufklärung und Screening mögliche Risiken frühzeitig ermitteln und sensibilisieren. Beratung, Tipps und gezielte Diagnostik sind insbesondere für Risikogruppen unerlässlich, um einer Diabetes-Erkrankung vorzubeugen.
Für Unternehmen bestehen viele Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter für das Thema Diabetes-Typ-2 zu sensibilisieren, aufzuklären und vor Erkrankungen zu schützen. Natürlich trägt ein/e Mitarbeiter*in selbst viel Eigenverantwortung, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Dennoch können Unternehmen positiven Einfluss nehmen und zu einer Bewusstseinsstärkung für das Thema Gesundheitsförderung beitragen. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung und regelmäßiger Sport sind dabei die wichtigsten Stellschrauben zur Vorbeugung von Erkrankungen im Allgemeinen. Unternehmen sollten diese Aspekte besonders beachten und eine Diabetes-Prävention in den Arbeitsalltag integrieren. Für gesunde, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter*innen.
Dieser Beitrag entstand mit Unterstützung des Betriebsarztservice.
