Beschneidung im Erwachsenenalter: Medizinische Gründe, Ästhetik und Folgen
Die Beschneidung zählt weltweit zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen. Während sie traditionell häufig aus religiösen oder kulturellen Gründen vorgenommen wird, entscheiden sich heute auch viele erwachsene Männer bewusst für eine Zirkumzision. Welche medizinischen Gründe dafür sprechen, welche ästhetischen Aspekte eine Rolle spielen und welche Auswirkungen der Eingriff haben kann.
Die Entfernung der Vorhaut – medizinisch Zirkumzision genannt – zählt zu den weltweit am häufigsten durchgeführten Operationen. In vielen Kulturen ist sie eine jahrtausendealte Tradition oder wird aus religiösen Gründen praktiziert. In westlichen Industrieländern wurde sie lange Zeit vor allem aus medizinischer Notwendigkeit durchgeführt.
In den letzten Jahrzehnten hat sich jedoch auch ein ästhetischer Trend entwickelt: Immer mehr Männer entscheiden sich im Erwachsenenalter für eine Beschneidung, weil sie das Erscheinungsbild als attraktiver empfinden.
Debatte um die Beschneidung
Kaum ein urologisches Thema wird so kontrovers diskutiert. Grund ist, dass die meisten Beschneidungen im Kindesalter stattfinden – ohne dass die Betroffenen selbst entscheiden können. Die moderne Medizin empfiehlt heute bei der „natürlichen Phimose“, die fast alle Jungen in den ersten Lebensjahren haben, meist eine konservative Behandlung mit Salben und Dehnübungen.
Religiös oder rituell begründete Beschneidungen sowie medizinische Zirkumzisionen im Kindesalter stehen deshalb zunehmend in der Kritik. Für eine sekundäre erworbene Phimose – etwa durch Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen – gilt die Beschneidung jedoch weiterhin als sinnvolle und effektive Therapie. Wer seine Vorhaut nicht mehr schmerzfrei zurückziehen kann oder bei einer Erektion starke Schmerzen verspürt, sollte dies unbedingt mit einem Urologen besprechen.
Ästhetik und Schönheitsideal
Viele Männer empfinden einen beschnittenen Penis als ästhetischer. Ein möglicher Grund: In der Pornografie sind nahezu alle männlichen Darsteller beschnitten – nicht zuletzt, weil die meisten Produktionen in den USA entstehen, wo die Zirkumzision auch unabhängig von Religion weit verbreitet ist.
Beschneidung ist nicht gleich Beschneidung
Je nach Technik wird die Vorhaut ganz oder nur teilweise entfernt. Wird so viel Haut abgetragen, dass die Eichel immer vollständig freiliegt, spricht man von einer radikalen Zirkumzision. Bei einer partiellen Zirkumzision bleibt ein Teil der Vorhaut erhalten.
Darüber hinaus unterscheidet man zwischen einer lockeren (loose) oder straffen (tight) Beschneidung – je nach verbleibender Hautspannung. Liegt die Narbe nah an der Eichel, spricht man von einer low-Beschneidung, am Schaft von einer high-Beschneidung.
Liegt kein medizinischer Grund vor, ist die Wahl des Stils beim erwachsenen Mann frei. Bei der ästhetischen Beschneidung bleibt die Vorhaut erhalten, stattdessen wird Schafthaut an der Peniswurzel entfernt. Anschließend zieht man die Vorhaut zurück und vernäht die gekürzte Schafthaut an der Wurzel. So bleiben sensiblere Bereiche erhalten, während die Eichel dennoch freiliegt.
Nach der Zirkumzision
Ein beschnittener Penis gilt oft als hygienischer – tatsächlich reduziert sich das Risiko für chronische Entzündungen und Peniskrebs.
Ob sich die Beschneidung langfristig auf das Sexualleben auswirkt, ist umstritten. Manche Männer berichten von längerer Ausdauer und intensiveren Orgasmen. Da die Vorhaut als Schutz der Eichel entfällt, kann sich die Empfindlichkeit verändern – eine generelle Regel lässt sich jedoch nicht ableiten. Ob der Höhepunkt hinausgezögert wird, ist individuell verschieden.
Welche Risiken gibt es?
Jeder operative Eingriff ist mit Risiken verbunden. Nach einer Beschneidung können vorübergehend Schwellungen, Blutergüsse oder Wundheilungsstörungen auftreten. Schwere Komplikationen sind bei fachgerechter Durchführung selten. Wichtig sind eine sorgfältige Nachsorge sowie die Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen während der Heilungsphase.
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